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Harzer Fliegenfischer sorgen für Nachwuchs
Am 13.12.2008 war es wieder mal so weit bei frostigen -3°C und leichtem
Schneetreiben versammelten sich 10 Mitglieder des Fliegenfischer und
Gewässerschutzverein Bodetal e.V. in Altenbrak, aber dieses Mal nicht um der rot
getupften Harzer Bachforelle nachzustellen, sondern um die diesjährigen
Besatzmaßnahmen mit 115 000 Forelleeiern durchzufünhren.
Der „Fliegenfischer und Gewässerschutzverein Bodetal e.V.“ hat seinen Sitz in
Altenbrak im Harz. Er betreut den Gewässerabschnitt der Bode zwischen Wendefurth
(Staumauer) und Thale (Waldkater). Der Verein ist Mitglied in der Vereinigung
Nordharzer Anglervereine e.V. und damit im Landesanglerverband Sachsen- Anhalt
e.V. des Deutschen Anglerverbandes e.V. angeschlossen. Die 120 Mitglieder des
Vereins haben sich der Hege und Pflege der anvertrauten Gewässer und dem Schutz
und der Erhaltung der Natur verschrieben.
Bedingt durch das Talsperrensystem und die damit verbundene Regulierung der
Bode fehlt es an ausreichenden Brutplätzen für die Harzer Bachforelle. Durch die
fehlenden Hochwasser und Eisgeschiebe sowie den fehlenden Sedimenteintrag der
Oberläufe wird das feine Kiesmaterial immer mehr ausgeschwemmt. In der Folge
verschlechtern sich zusehens die Möglichkeiten für die Bachforelle, Laichgruben in
den Untergrund zu schlagen.
Aus diesem Grund wurde im Laufe der letzten Jahre ein regelmäßiger Besatz mit
befruchteten Forelleneiern durchgeführt. Neben den wirtschaftlichen
Gesichtspunkten, wie einem moderaten Preis für eine große Anzahl von Eiern
gegenüber dem hohen Stückpreis laichfähiger bzw. fangfähiger Fische, spielen die
überaus schwierigen Lebensbedingungen im Gewässer eine wesentliche Rolle bei der
Entscheidung der Art der Besatz Maßnahme. Beim Besatz mit Jungfischen kommt es
schon beim Transport von der Zucht an das neue Gewässer und dem
Temperaturwechsel beim Einsetzen der Fische zu hohen Verlusten. Die teilweise
unzureichend an das Leben im Fluss angepassten Fische haben kaum die Chance,
sich langfristig im Gewässer anzusiedeln.
Die 115 000 Forelleneier werden in speziellen Brutboxen an verschiedenen Stellen im
Gewässer ausgebracht. Bereits vor 14 Tagen wurden die Gewässerbereiche, die für
das Einbringen der Eier ausgesucht wurden, von Treibgut, Laub und Unrat
gesäubert. Die Brutboxen müssen während der Brutzeit regelmäßig kontrolliert
werden, um unbefruchtete oder verpilzte Eier zu entfernen. Bei Wassertemperaturen
wenige Grad über Null erfordert dies besonderen Einsatz von den Mitgliedern des
Fliegenfischer- und Gewässerschutzverein Bodetal e.V. ab. Aus diesem Grund ist
langfristig auch die Errichtung eines Bruthauses geplant. Damit wäre es dann auch
möglich, die Forelleneier durch den Fang und das Abstreifen laichreifer Fische selber
zu gewinnen. Doch bevor dieses ehrgeizige Ziel der Petrijünger erreicht ist, werden
wohl noch eine ganze Anzahl an frostigen Stunden am Gewässer vergehen.
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